Mathilde

Mathilde WesendonckMathilde Wesendonck, geb. Agnes Luckemeyer


* 23.12.1828 in Elberfeld (heute Wuppertal)
† 31.08.1902 zu Traunblick am Traunsee (Österreich)


Lyrikerin, Erzählerin, Kinderbuchautorin, Muse


Unterschrift Mathilde Wesendonck

Bild: Vergrößern Dorner, Johann Conrad: Mathilde Wesendonck. Ausschnitt, Ölbild 1860.


"Sie ist und bleibt meine erste und einzige Liebe! Das fühl ich nun immer bestimmter."
Richard Wagner: Aus Brief vom 5. Juni 1863.

Ein schwesterlicher Gruß übers Meer! - Herzlichst Mathilde. [1]




Zeittafel - Lebensdaten und -stationen


17. - 18. Jh.
Ihre Vorfahren stammen aus dem externer Wiki-Link Bergischen Land. Unter ihnen gibt es einen Johann Luckemeyer, der nach 1698 für einige Jahre Bürgermeister der Gemeinde externer Link Google-Maps Breckerfeld (b. Hagen) ist.

1815
Großherzogtum Berg wird preußisch und Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus den Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde.

1826
Ihr Bruder Rudolph wird geboren.




Elberfelder und Düsseldorfer Jahre


23.12.1828
Agnes Luckemeyer wird in Elberfeld (heute Wuppertal) geboren. Sie wohnt in der Straße Kipdorf externer Link Google-MapsB27 (heute: Nr. 38 ?).

interner Link Agnes' Familie (Eltern und Geschwister)

1830

Ihr Bruder Eduard wird geboren.

1831
Umzug der Familie nach Düsseldorf, evtl. zunächst in die externer Link Google-Maps Hohe-Straße (nach Günter Schwabe [2]) und später in die externer Link Google-Maps Bilker-Straße (Adressbuch von 1833).
 
29.10.1835
Ihr Vater ist Mitbegründer der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft und gehört dem Verwaltungsrat als wirkliches Mitglied bzw. Stellvertreter an und wird am 25.11.1837 in die Direktion gewählt.

13.05.1836
Ihr Vater ist Mitgründer der Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittel-Rhein und wird deren erster Direktor (25.11.1836).

1830er - 1840er Jahre
Sie geht auf die "Töchterschule" des Lehrers Lieth (Liethsche Privatschule in Düsseldorf). Sie ist die Schulfreundin von Bertha und Alwine von der Heydt.

26.07.1836
Ihre Schwester Marie wird in Düsseldorf geboren.
  
ab 1846
Sie besucht das Mädchenpensionat in Dünkirchen (Dunkerque, Frankreich). Sprachen sind ihre Leidenschaft, sie lernt Französisch, Englisch und später Italienisch. Sie kann auch die Klassiker der Antike in Griechisch lesen.

1847
Sie lernt Otto Wesendonck auf einer Hochzeit kennen.

12.01.1848
Verlobung mit Otto. Auf sein Bitten hin nimmt sie den Namen Mathilde an.

19.05.1848
Otto und Mathilde heiraten in Düsseldorf. Ihr Bruder Rudolph ist ihr Trauzeuge.

27.11.1849
Sohn Paul wird in Düsseldorf geboren. 

21.03.1850
Sohn Paul stirbt und wird in Düsseldorf beigesetzt.

1850
Längerer Aufenthalt zusammen mit Otto in New York.
Von dieser Fahrt ist ihr eigentlich nur eine Episode im Gedächtnis geblieben: als der amerikanische Zollbeamte ihre Koffer öffnete und mit ernster Miene meinte «Aber alles neue Sachen!», erwiederte sie lächelnd: «Sie wollen doch nicht, dass ich in Washingtons Heimat alte Kleider trage?». [3] 



Züricher Jahre


April 1851
Sie lässt sich mit ihrem Mann (geschäftliche Gründe) in Zürich nieder. Sie wohnen vorläufig im Hôtel Baur au Lac.

07.08.1851
Tochter Myrrha wird in Zürich geboren. 

07.10.1851
Myrrha erhält ihre Taufe.

20.01.1852
Sie besuchen ein Konzert der Allgemeinen Musikgesellschaft im Aktien-Theater, welches Richard Wagner dirigiert.

17.02.1852
Nach einem weiteren Konzert (Coriolan-Ouvertüre, 5. Sinfonie Beethovens) lernen sie ihn kennen.

16.03.1852
Wagner dirigiert ein weiteres Konzert, diesmal mit der Tannhäuser-Ouvertüre und der 6. Sinfonie. Sie ist von seiner Musik begeistert. In den nächsten Jahren wird sie zunehmend zu seiner Muse.

20.06.1853
Richard Wagner sendet als Dank einer Finanzzusage sein Klavierstück Eine Sonate für das Album von Frau M. W. (WWV 85) an Otto Wesendonck. 

1854
Frau M. Wesendonck gewidmet - Wilhelm Baumgartner widmet ihr Abends - Albumblatt für das Pianoforte.

23.08.1854
Ihre Großmutter Katharina Stein verstirbt.

19.12.1854
Clara Schumann gastiert im Zürcher Kasino. Unter den Zuhörern befinden sich Richard Wagner und Mathilde Wesendonck.

Anfang 1855
Baubeginn für die Villa (Herrenhaus) auf dem "Grünen Hügel" in Enge, einer Vorstadt Zürichs, am NW Ufer des externer Link Wikipedia Zürichsees (heute: externer Link Google-Maps Gablerstraße 15).

13.09.1855
Sohn Guido wird in Zürich geboren. 

18.04.1857
Sohn Karl wird in Zürich geboren.

28.04.1857
Nach dem Erwerb des Nachbargrundstückes und dem Umbau des Fachwerkhauses stellen sie das Landhaus ("Asyl") den Wagners zur Verfügung (wohnten bisher in den Escherhäusern am sog. Zeltweg) (s. a.: Brief vom 8. Mai 1857).

22.08.1857
Einzug in die Villa "Wesendonck" - "Wahlheim".

Die Villa "Wesendonck" ist ein Zentrum kunstsinniger Menschen der damaligen Zeit, so u. a.: Gottfried Semper, Gottfried Keller, François und Eliza Wille, Wilhelm Baumgartner, Friedrich Theodor Vischer, Wendelin Weißheimer und viele weitere.

1857
Gustav Kutter, der Geschäftspartner von ihrem jüngeren Bruder Eduard, trifft Wagner hier.

1857
Richard Wagner zeigt seine Tristan-Dichtung.

1857
Die frisch vermählten Eheleute Cosima und Hans von Bülow besuchen auf ihrer Hochzeitsreise Richard Wagner in Zürich in seinem "Asyl".

1857 - 1858
Sie wird vollends zur Muse von Richard Wagner. Er ermutigt sie als Dichterin. Er vertont fünf Gedichte von ihr - die berühmten Wesendonck-Lieder (WWV 91).
Es muß immer schöner werden! [4] 

23.12.1857
Richard Wagner gibt ihr in Abwesenheit von Otto im Vestibül der Villa ein Geburtstagsständchen mit der nachfolgenden Widmung - er dirigiert die Träume (externer Link YouTube), instrumentiert für Solo-Violine und zehnstimmiges kleines Orchester.
Hochbeglückt
schmerzentrückt
keuch und rein
ewig Dein -
was sie sich klagten
und versagten,
ihr Weinen und ihr Küssen
leg' ich Dir nun zu Füssen,
dass Tristan und Isolde
in keuscher Töne Holde
den Engel mögen loben
der mich so hoch erhoben.
[5]

01.01.1858
In einem Brief an Franz Liszt schreibt er folgende Zeilen: 
... Vor acht Tagen brachte ich meiner Nachbarin ... eine Morgenmusik, die sich im geräumigen Vestibül ihres Hauses recht gut ausnahm. Dazu hatte ich auch etwas komponiert; wie ich denn dann und wann etwas Allotria getrieben und gewisse hübsche Verse, die mir herübergeschickt wurden, in Musik gesetzt habe, was mir sonst nie passiert ist. [6]

30.03.1858
Es findet ein großes Vestibül in der Villa Wesendonck statt. Tochter Myrrha überreicht Wagner einen Taktstock aus Elfenbein, den Gottfried Semper entworfen hatte. Seit dem nächsten Tage gilt er als verschollen.

07.04.1858 
Es kommt zum Eklat mit Minna. Eliza Wille erweist sich als wahre Freundin Wagners und vermittelt zwischen ihm und Mathilde. Wesendoncks ziehen sich zeitweilig von Wagner zurück.

Mitte 1858 
Mehrwöchige Italienreise der Wesendoncks. Richard Wagner reist nach Paris und Minna Wagner zur Kur nach Brestenburg.

17.08.1858
Richard Wagner gibt sein Asyl auf und verläßt Zürich. Er reist über Genf nach Venedig
Asyl, August 1858: It must be so! [s. a.: 7]

09.10.1858
Richard Wagner überarbeitet die Wesendonck-Lieder. In Venedig schreibt er in seine Tagebuchblätter für Mathilde: 
Besseres, als diese Lieder, habe ich nie gemacht, und nur sehr weniges von meinen Werken wird ihnen zur Seite gestellt werden können. [8]

1850er / 1860er Jahre 
Sie schreibt Gedichte, die später Eingang in ihre Gedichte-Sammlung finden und beginnt eine Reihe Bücher zu schreiben und herauszugeben. Sie übersetzt u. a. auch Werke von externer Link Wikipedia Dante und externer Link Wikipedia Leopardi, die jedoch unveröffentlicht bleiben.

13.10.1858
Sohn Guido verstirbt in Zürich.

1859
Ihr Bruder Eduard versucht ein Engagement für Wagner in Amerika zu erreichen. 

23.12.1859
Geburtstagsbrief von Richard Wagner vom 19.12.1859 mit Widmung (Schluß zum Vorspiel von Tristan und Isolde). 

Mai 1860
Aufenthalt in Bonn.

1860
Während eines Romaufenthaltes entsteht das Bild des jungen Karl, gemalt von Cäsar Willich.  

November 1861
Aufenthalt in Venedig im Hotel Daniel. Hier treffen sie auch Wagner. 

30.01.1862
Ihre Mutter Johanna verstirbt in Düsseldorf. Die Beisetzung erfolgt auf dem externer Link Google-Maps Golzheimer Friedhof in Düsseldorf im Familiengrab von Luckemeyer und Deutz. 
  
1862
Sie veröffentlicht ihre Gedichtesammlung Gedichte, Volkslieder, Legenden, Sagen.

16.06.1862
Sohn Hans wird in Zürich geboren. 

03.07.1863
Brief an Richard Wagner mit weiteren Blättern für die "grüne Mappe" (u. a.: Ich hab' ein Grab gegraben).
Legen Sie diese Blätter zu den Uebrigen in die grüne Mappe! Bald schreibe ich. Einstweilen lasse ich mich pflegen wie ein krankes Kind, und mir wohlthun. Grüssen Sie mir den Arzt!
Ihre Mathilde Wesendonck [9]

November 1863
Wagner ist bei den Wesendoncks zu Gast. Seine Bitte, über Eliza Wille geäußert, ihn wieder gastlich aufzunehmen, wurde abgelehnt.

28.11.1863
Wagner unternimmt mit Cosima eine schicksalsentscheidende Kutschfahrt durch den Tiergarten.

Mitte 60er Jahre
Eliza Imer arbeitet für ungefähr vier Jahre als Gouvernante bei Mathilde Wesendonck.

1864
Ihr Kinderbuch Märchen und Märchen Spiele wird veröffentlicht.

03.05.1864
Richard Wagner wird durch den bayrischen König Ludwig II. nach München berufen.

14.09.1864
Joseph Kopf hält sich während seiner Hochzeitsreise für ein paar Tage in der Villa auf und schuf die beiden Marmor-Reliefs. Sie und Myrrha unternehmen mit ihm Ausfahrten in die Umgebung mit dem Wagen.

10.06.1865
Uraufführung von Tristan und Isolde im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München.

Mai 1865
Ihr Buch Natur-Mythen erscheint. Sie widmet dieses Buch ihrer Freundin Eliza Wille.

Widmung Natur-Mythen
Mathilde Wesendonck: Natur-Mythen. Widmung, 1865.

Ende November 1865
Johannes Brahms konzertiert in Zürich und lernt die Wesendoncks kennen. Darüber schreibt er Clara Schumann:
Wie schön mich die Leute aufgenommen haben, magst Du daraus ersehen, daß nach dem ersten Konzert in Zürich … einige Musikfreunde (namentlich Dr. Lübke, Prof. Billroth und Wesendonck) ein Privatkonzert am Sonntag früh veranstalteten … Sie mieteten das Orchester. [10]

1865 / 1866
Johannes Brahms tritt mehrmals in Zürich auf und hält sich bei den Wesendoncks auf, nimmt aber nicht das Angebot an, im "Asyl" einzuziehen.

1866 
Durch wirtschaftliche Not geht Heinrich Schulz-Beuthen nach Zürich und wird von Otto und Mathilde Wesendonck unterstützt. Hier lernt er auch Richard Wagner kennen.

1866
Ihr Trauerspiel Genovefa wird veröffentlicht.

1866
Gottfried Kinkel nimmt eine Prof. für Kunstgeschichte am Polytechnikum in Zürich an (Vorläufer der Volkshochschule), in einem Brief  vom 15. Dezember 1867 bietet Mathilde ihm ihre Bibliothek für seine Studien an.

Juli / August 1867
Aufenthalt in St. Moritz.

13.12.1867
Ihre Nichte Jeanne wird in New York geboren.

1868
Ihr Schauspiel Gudrun wird veröffentlicht.

Juni 1868
Sie nimmt auf Einladung an der Uraufführung der Meistersinger in München teil (21. und 28.06.1868).

Ende 1868
Sie halten sich für mehrere Monate in Düsseldorf, Berlin und Dresden auf. 

1869
Sie veröffentlicht ihr Kinderbuch Deutsches Kinderbuch in Wort und Bild.

25.08.1869
Sie schreibt in einem Brief an Johannes Brahms:
Oft will mir scheinen, als ob unter meinen Gedichten einige wenige wären, die es werth wären, von Brahms komponiert zu werden. [11]

22.09.1869
Uraufführung von Das Rheingold im Münchner Hof- und Nationaltheater, die Wesendoncks sind unter den Gästen.

09.03.1871
Antideutsche Demonstrationen in Zürich zum Deutsch-Französischer Krieg 1870/71. Nach einer Siegesfeier in der Tonhalle kommt es zu Ausschreitungen auch gegen die Wesendoncks, ihre Villa wird beinahe in Brand gesteckt.  

1871
Sie veröffentlicht ihr Drama Friedrich der Große.

August 1871
Friedrich Hegar komponiert zum 20. Geburtstag von Myrrha den Marsch für Klavier 4hdg, G-Dur.

01.10.1871
Sie gibt die Verlobung ihrer Tochter Myrrha mit dem Offizier Moritz Frhr. von Bissing (Schwestersohn von Eliza Wille) bekannt.

1872
Sie veröffentlicht ihr Trauerspiel Edith oder die Schlacht bei Hastings.

1872
Sie verkaufen ihre Villa auf dem "Grünen Hügel" (heute Museum Rietberg).



Dresdener Jahre


1872
Manfred Semper erweitert die Stadtvilla um eine Bildergalerie. 

1872
Übersiedelung nach Dresden, externer Link Google-Maps Wienerstr. 14 (Villa Wesendonck). 

22.08.1872 
Tochter Myrrha heiratet den Offizier Moritz Frhr. von Bissing (Schwestersohn von Eliza Wille).  

1873
Otto Wesendonck wird erstmals im Adress- und Geschäfts-Handbuch von Dresden erwähnt (als Rentier, Wienerstr. 14).

Dresdener Adresse Otto Wesendonck 1880
 
22.04.1873 
Enkel Friedrich Wilhelm wird in Potsdam geboren.

18.03.1874
Ihre Schwester Marie verstirbt. Die Beisetzung erfolgt auf dem externer Link Google-Maps Golzheimer Friedhof in Düsseldorf im Familiengrab von Luckemeyer und Deutz.

1874
Sie veröffentlicht ihre Gedichtesammlung Gedichte, Volksweisen, Legenden, Sagen.

1870er Jahre
Reinhold Becker ist ein häufiger Gast im Hause Wesendonck und vertonte u. a. Zwei Gedichte von Mathilde Wesendonck.

27.03.1875
Ihr Buch Der Baldur-Mythos erscheint.

1875
Sie veröffentlicht ihr Vorspiel zu dem Werk Odysseus Kalypso.

06.11.1875
Ihr Vater Carl verstirbt. Die Beisetzung erfolgt auf dem externer Link Google-Maps Golzheimer Friedhof in Düsseldorf im Familiengrab von Luckemeyer und Deutz (Ritter P. P.).

13.08.1876
Besuch der Wesendoncks bei den ersten Bayreuther Festspielen mit der Uraufführung des kompl. Ring des Nibelungen (eine Geschichte von Mathilde Wesendonck: Die Walküren).

Eintrittskarte für die III. Aufführung am 29.08.1876 - Siegfried.

1876
Otto Leßmann komponiert seine Drei Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte (op. 22) nach Gedichten von Mathilde Wesendonck.

1878
Sie erwerben im Salzkammergut (Österreich) am Traunsee den Landsitz Traunblick (heute: externer Link Google-Maps Iglbichl 27) für Sommeraufenthalte (Gedicht von Mathilde Wesendonck: Villa Traunblick). Sie errichtet hier die Wagnergrotte.

1878
Sie beteiligt sich mit der Gedichtesammlung Fünf Gedichte am Buch Caritas. Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller (für Deutsche Heilstätte zu Loschwitz).   

1878
Sie veröffentlicht ihr Werk Odysseus, ein dramatisches Gedicht in zwei Theilen und einem Vorspiel.

1881
Sie publiziert ihr Schauspiel in vier Aufzügen, Alkestis.

16.04.1881
Uraufführung von Alkestis in Dresden unter Teilnahme von Johannes Brahms.

Winter 1881 / 1882
Otto Richter schreibt in seinen Eine Erinnerung an Mathilde Wesendonck von 1934 über diese Zeit.

Winter 1881 / 1882
Aufenthalt in Kairo zusammen mit Myrrha, die seit der Geburt ihres Kindes einen labilen Gesundheitszustand aufweist.

28.02.1882
Sohn Hans verstirbt in Bonn während seines hiesigen Studienaufenthaltes an einer Lungenentzündung. Sie verfasst ein Gedicht

Ihr Schwiegersohn, Moritz Frhr. von Bissing, dient als Rittmeister im Regiment der Königshusaren in Bonn. Die Wesendoncks erwerben das Familiengrab auf dem externer Link Google-Maps Bonner Friedhof. Hans wird im Familiengrab beigesetzt.
 
1883
Die Wesendoncks werden letztmalig im Dresdener Adressbuch aufgeführt. 



Berliner Jahre


Herbst 1882
Sie siedeln nach Berlin W., Thiergartenstraße 16 (externer Link Google-Maps), über (Pikanterie der Geschichte).

13.02.1883
Richard Wagner verstirbt in Venedig. 

18.02.1883
Gedicht Mathildes vom 17.02.1883 zur Beisetzung Wagners in Bayreuth. 
Ein Schmerzensruf geht durch die Welt,
Eine düstere Trauerkunde
Geht mitten durch der Menschheit Herz
Und klaget von Mund zu Munde!
[12]

1883
Dr. phil. C. Wesendonck wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1883 erstmals erwähnt (Neue Wilhelmstr. 14).

Berliner Adresse Karl Wesendonck 1883

10.05.1883
Sohn Karl heiratet die Gräfin Eveline von Hessenstein in Berlin. In Briefen wird sie auch Evy genannt. 

1884
Der Rentier Otto Wesendock wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1884 erstmals erwähnt (Thiergartenstr. 16).

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1884

03.10.1885
Enkel Otto-Günther wird in Berlin geboren. 

1885
Die externer Link Wikipedia Goethe-Gesellschaft wird nach dem Tod des letzten Enkels gegründet. 

Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft

1886
Sie und ihr Mann werden im 1. Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft (Vergrößern Jahrbuch 7. Band) als Mitglied in Berlin geführt (so auch in den darauffolgenden Jahren).

Eintrag im Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft von 1886

1886
Sie sind bis 1886 Mitglied des Bayreuther Patronatvereins.


Frühjahr 1887
Sie ziehen nach Berlin N.W., In den Zelten 21 (externer Link Google-Maps).

Geänderter Briefkopf
Handschriftliche Überschreibung der Adresse im Briekopf - Brief an Carl Justi vom 8. Januar 1889.

1887
Berliner Adressbuch des Jahres 1887 mit den neuen Einträgen (In den Zelten 21).

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1887

18.07.1887
Enkelin Blanka wird in Berlin geboren.

Herbst 1887
Die Wesendoncks gehören neben einer Reihe weiterer Prominenter zu den ersten Mitgliedern, die der Berliner Goethegesellschaft (auch: Gesellschaft für deutsche Literatur) beitreten.

14.11.1887
Ihre Nichte Jeanne heiratet in Berlin den Juristen und späteren Diplomaten Johann-Heinrich Graf von Bernstorff.  

27.03.1888
Sie publiziert ihr Gedicht Heil dir, Friedrich, Deutscher Kaiser.

20.07.1888
Tochter Myrrha verstirbt in München (Oberaudorf?).  
 
1880er / 1890er Jahre
Sie ist eine Salonnière und war selbst Habitué anderer Berliner Salons.

17.01.1895
In der Allgemeine Musik-Zeitung 1895, Nr. 3 vom 17. Januar 1895 werden ihre Schilderungen zu ihrem Verhältnis zu Richard Wagner veröffentlicht.
Frau Wesendonk erzählt selbst:
daß wir bis zum Tode des Meisters in freundschaftlichem Verkehr mit ihm waren, unterliegt doch wohl keinem Zweifel ... Bei den Festspielen in Bayreuth haben wir nie gefehlt. Nach seiner Verheiratung mit Frau Cosima galt sein erster Besuch mit ihr Mariafeld (Wohnsitz von Herrn und Frau Wille) und dem grünen Hügel in der Enge; zum letzteren brachte er die Kinder mit.
[13]

1896
Das "Asyl" wird abgerissen, weil dort eine Straße gebaut werden soll.

18.11.1896
Ihr Mann Otto verstirbt nach langer Krankheit in Berlin. Er wird auf dem Alten Friedhof Bonn im Familiengrab beigesetzt.

1897
Otto Wesendonck wird nochmals im Berliner Adressbuch des Jahres 1897 aufgeführt.

Berliner Adresse Karl und Otto Wesendonck 1897

1897
Sie veranlasste die Erstveröffentlichung der Briefe Richard Wagners an Otto Wesendonck in der Allgemeinen Musik-Zeitung mit Erläuterungen von Albert Heintz.

1898 / 1899
Mathilde Wesendonck ist Mitglied im Allgemeinen Richard Wagner Verein.

Mitgliedskarte Mathilde Wesendonck für den Allgemeinen Richard Wagner Verein Berlin,
1898 und 1899, unterschrieben von
Glasenapp.
Mit freundlicher Genehmigung: Sven Fricke

03.05.1899
Die Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin besichtigt ihre Villa und Gemäldesammlung im Rahmen einer Vereinsversammlung unter Leitung von externer Link Wikipedia Prof. Dr. Galland, der niederländische Renaissance an der Technischen Hochschule Berlin lehrt.

1899
Joseph Kopf veröffentlicht seine Lebenserinnerungen eines Bildhauers.

1899
Auszug aus dem Berliner Adressbuch des Jahres 1899.

Berliner Adresse Karl und Mathilde Wesendonck 1899

1899
Sohn Carl, Dr. phil. und Privatdozent der Physik an der Universität Berlin, wird in den Adelsstand erhoben (das "c" im Namen Wesendonck wird gestrichen).

1899
Sie überlässt einen Teil der Gemäldesammlung dem externer Link Wikipedia Verein Berliner Künstler zu Ausstellungszwecken.

1901
Sie und ihr Sohn Karl werden im 16. Jahresbericht der externer Link Wikipedia Goethe-Gesellschaft (Vergrößern Jahrbuch XXII. Band) als Mitglied in Berlin geführt.

Eintrag im Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft von 1901

1902
Mathilde Wesendonck wird letztmalig im Berliner Adressbuch des Jahres 1902 erwähnt.

Berliner Adresse Karl und Mathilde Wesendonck 1902

31.08.1902
Sie verstirbt unerwartet (nach nur achtstündiger Krankheit gegen 13 Uhr) zu Traunblick am Traunsee.

04./05.09.1902 
Sie wird einbalsamiert und tags darauf, am Freitag Mittag, überführt und im Familiengrab neben ihrem Mann auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt.


1902
Es erscheinen eine Reihe Nachrufe auf Mathilde Wesendonck. 
Man wird Mathilde Wesendonck nicht gerecht, wenn man ihr Leben nur auf die Begegnung mit dem "Meister" bezieht. Sie war von tiefen Gefühlen geprägt und von Bildungseifer erfüllt, war liebend und entsagend. "Sie war eine edle Frau und eine vornehme Seele",schrieben die Bayreuther Blätter in einem Nachruf. [14]


... Danken wir es Mathilde Wesendonck, dass sie frei und gross der Neigung ihres edlen Herzens folgte! Wohl wusste sie, was sie damit that, - in jeder Hinsicht, - vor allem darin, dass sie dem Meister eine Zeit seines Lebens als mitfühlende, helfende, sich bewährende Freundin zur Seite stand, die das Feuer seines Genius zu leuchtenden Flammen anfachte. Denken wir daran, dass oft in dem Durchbrechen äusserlicher, vielfach naturwidrig gezogener Schranken jenseits von Gut und Böse das Geheimnis des Gewaltigen, Imposanten liegt, welches den Künstler der Welt erhält, ihn mit neuem Feuer belebt und ihm die Macht verleiht, uns mit immer neuen Gaben seines Genius zu beglücken! [15]
Frau Mathilde Wesendonk war eine außergewöhnlich schöne und feingeistige Frau und stand mit den bedeutendsten Geistesheroen ihrer Zeit in innigstem Contacte. [16]

1903
Die Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin veröffentlicht ihren Nachruf

1904
Erstveröffentlichung der Briefe Richard Wagners an Mathilde Wesendonck mit Erläuterungen und einer Einführung von Wolfgang Golther.

11.03.1907
Ihr Bruder Eduard verstirbt.

1911
Für die Stifter der Gemäldesammlung (Sammlung Wesendonck) schuf Albert Küppers ein Marmor-Medaillon im Landesmuseum Bonn.


1911
Sohn Karl wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1911 letztmalig erwähnt.

Berliner Adresse Karl von Wesendonk 1911

1912
Enkel Otto-Günther wird im Berliner Adressbuch des Jahres 1912 erstmals erwähnt.

Berliner Adresse Otto-Günther von Wesendonk 1912

1930
Das Geburtshaus in Elberfeld erhält eine Gedenktafel.

27.06.1933
Enkel Otto-Günther verstirbt in St. Margarethen.

17.04.1934
Sohn Karl verstirbt in Cureglia im Tessin, CH.

1935
In Elberfeld (heute Wuppertal) wird eine Straße in Wesendonkstraße umbenannt. 

21.01.1967
Enkelin Blanka stirbt in Paudex, Suiça, CH. 


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Quellen:
  1. Widmung in meinem Band Gedichte, Volksweisen, Legenden, Sagen. Leipzig 1874.
  2. Schwabe, Günter: Mathilde Wesendonk. 1828 - 1902. In: Rheinische Lebensbilder. Bd. 11, Rheinland-Verlag, Köln 1988, S. 235 - 256. Günter Schwabe (* 19??): Historiker und Journalist in Rom. 
  3. Bissing, Friedrich Wilhelm Freiherr von: Mathilde Wesendonck. Die Frau und die Dichterin. In: Kaiser Wilhelm-Institut für Kulturwissenschaft im Palazzo Zuccari, Rom. Erste Reihe. Vorträge (23.11.1940). Heft 32/33. Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1942, S. 13.
  4. Brief vom 19. Dezember 1857
  5. Wagner, Richard: Widmung (Sylvester 1857). In: Glasenapp, Carl Friedrich (Hrsg.): Gedichte von Richard Wagner. G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1905, S. 31.  
  6. Im Treibhaus der Gefühle. In: Musikverein. Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Monatszeitung Januar 2002. S. a.: Brief vom 1. Januar 1858.   
  7. Abschiedsbrief Richard Wagners vom 6. Juli 1858.  
  8. Wagner, Richard: Tagebuch seit meiner Flucht aus dem Asyl 17. August 1858. Eintrag vom 9. Oktober 1858
  9. Brief vom 3. Juli 1863.  
  10. Ehrismann, Sibylle: Im Treibhaus der Gefühle. In: Musikverein. Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Januar 2002. 
  11. Brief vom 25. August 1869
  12. Gedicht vom 17.02.1883.  
  13. Golther, Wolfgang: Zur Einführung. In: Golther, Wolfgang (Hrsg.): Richard Wagner an Mathilde Wesendonk. Tagebuchblätter und Briefe. 1853 - 1871. Berlin 1904, S. XXX. 
  14. Nach: externer Link StadtMuseum Bonn
  15. Kloss, Erich: Mathilde Wesendonck †. In: Schuster, Bernhard, Kapellmeister (Hrsg.): Die Musik. Illustrierte Halbmonatsschrift. Zweiter Jahrgang, erster Quartalsband, Band V 1902/1903, Heft 1. Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig 1902, S. 57 - 59. 
  16. Gmunder Zeitung. Local-Nachrichten vom 8. September 1902.

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Werke und Bibliografie:


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