25.04.2011

Provinzial-Museum Bonn

Provinzial-Museum BonnProvinzial-Museum Bonn


1893 


Das Museum war Heimstatt der Gemäldesammlung von Otto Wesendonck.
Das Gemälde des Malers Carl Ferdinand Sohn "Porträt der Mathilde Wesendonck"
ist hier als Leihgabe des StadtMuseums Bonn ausgestellt.


Das jetzige externer Link Google-Maps Rheinische Landesmuseum Bonn (LVR-LandesMuseum Bonn. Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte in Bonn) des Landschaftsverbandes Rheinland gehört zu den ältesten Museen Deutschlands.

Am 04.01.1820 wurde der Vorläufer des Museums als Antiquitäten-Museum (Museum Rheinisch-Westfälischer Alterthümer) in Bonn durch Erlass des preußischen Staatskanzlers externer Wiki-Link Karl August von Hardenberg gegründet. Viele Bonner Professoren hielten die rheinischen provinzialrömischen Objekte für uninteressant. Als daher der preußische Hofrat Wilhelm Dorow, der erste Leiter des Museums, 1822 nach vielen Anfeindungen seine Arbeit beendete, brachte die Universität die ungeliebte Sammlung bis 1874 in Abstellräumen unter. [1]

1841 wurde von Privatleuten in Bonn der "Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande" gegründet. In größerem Umfang wurden nun mittelalterliche Kunst sowie urgeschichtliche und provinzialrömische Funde wissenschaftlich erforscht.
Dessen beharrlichen Eingaben an das preußische Kultusministerium ist es zu verdanken, dass der Rheinische Provinziallandtag 1874 beschloss, das Provinzialmuseum Bonn einzurichten. Träger des Museums wurde die Provinzialverwaltung der Rheinlande, der heutige Landschaftsverband Rheinland. Die Gründung erfolgte durch Ernst aus'm Weerth (erster Direktor), Hermann Schaaffhausen u. a. 

Haupteingangsfront des Provinzial-Museums Bonn, vor 1937
Haupteingangsfront des Provinzial-Museums Bonn, vor 1937. (2)
Vergrößerung

Ein eigenes Gebäude entstand aber erst 1893 nach Plänen von Clemens Guinbert in der Colmantstraße.

Die Erbengemeinschaft Karl von Wesendonk und Friedrich Wilhelm von Bissing bot eine Leihgabe auf 99 Jahre von Gemälden aus der Sammlung von Otto und Mathilde Wesendonck der Stadt Bonn an.
1906 fand eine Ausstellung im Städtisches Museum von rund 160 Werken der Sammlung statt. Seitens der Stadt Bonn wurden 1907 die angebotenen Bilder endgültig leihweise übernommen. 

Die Stadt verzichtete aber auf einen Museumsneubau für die Gemäldesammlung und verhandelte stattdessen mit der Provinzialverwaltung. Vorschlag der Stadt Bonn war es, die Bilder als Gemäldegalerie in einem Erweiterungsbau des Provinzialmuseums aufzustellen. Die Stadt erbot sich im Gegenzug dazu, für die Räumlichkeiten Miete zu entrichten. Diesem Wunsch wurde entsprochen und im Januar 1906 wurde die erforderliche Bausumme bewilligt.
1907 wurde vom Königlichen Regierungsbaumeister Heinrich Röttgen ein zweigeschossiger Dreiflügelbau als Erweiterung geplant und unter dem Leiter des Provinzialmuseums, externer Wiki-Link Prof. Hans Lehner (* 1865 - † 1938), feierlich am 27.10.1909 eingeweiht. Damit hatte sich die Ausstellungsfläche verdoppelt.

Die 226 Bilder aus der Sammlung Wesendonck wurden damit in die Verwaltung des Provinzialmuseums übernommen und fanden ab 1909 hier ihre neue Heimstatt.
Sie bildeten mit den bereits 44 vorhandenen eigenen Gemälden des Provinzialmuseums und Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Institut der Universität von den Berliner Museen eine umfangreiche Gemäldegalerie. [2]
... die Stadt Bonn in dem Erweiterungsbau des Provinzialmuseums, in welchem die Wesendonksche Gemäldesammlung in einer ihrem hohen Werte entsprechenden Weise Aufnahme gefunden hat, eine Bronce-Plakette, das Ehepaar Wesendonk darstellend, hat anbringen lassen. [3]

1913 wurden die sogenannten Familien- und Freundesbildnisse als weitere Leihgabe zur Verfügung gestellt.

1925 kaufte die Stadt Bonn und der Rheinische Provinzialverband die gesamte Sammlung. 

Porträt der Mathilde Wesendonck
Foto: Klaus B. Bitter. Beschreibung
Sohn, Karl Ferdinand: Porträt der Mathilde Wesendonck. Öl auf Leinwand, 1850. (3)
Vergrößerung

Auf Druck der Nationalsozialisten wurde das Museum ab Ende 1933 zu einem Volks- oder Erziehungsmuseum umgestaltet. 1934 wurde das Provinzialmuseum umbenannt in Rheinisches Landesmuseum Bonn.
Auch die Gemäldeabteilung erfuhr eine radikale Veränderung. Von der Sammlung Wesendonck blieben nur Gemälde mit rheinischem, niederländischem oder flämischem Bezug im Museum. 
Am 27.11.1935 fand im Kunsthaus Lempertz in Köln die Versteigerung eines Teils der Wesendonckschen Sammlung statt.

Nicht zuletzt auf Betreiben des Landesrats für Kultur kamen Gemälde hinzu, die teils aus jüdischem Besitz, teils aus den nach 1939 von der Wehrmacht besetzten Staaten Westeuropas stammten. 1939 erfolgte dann die Neugestaltung der Sammlungen mit dem Ziel, diese für die Besucher attraktiver zu gestalten.

Im August 1939 wurde das Museum für die Besucher geschlossen.

1944 wurde bei alliierten Luftangriffen der „Gründungsbau“ erheblich beschädigt.
Die meisten Gemälde wurden, da sie Raubkunst waren, nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten wieder zurückgegeben.
Unter Leitung des Architekten Rainer Schell wurde der zerstörte Teil seit 1963 durch einen Neubau ersetzt, worin der erste Teil der Dauerausstellung 1967 eröffnet wurde. Im Altbau kam 1969 der zweite Teil dazu.
 
Seit dem Ende der 1980er Jahre wurde eine Neugestaltung des Gebäudes und der Schausammlung geplant. 1998 wurde die Rückbaumaßnahme begonnen. Die Neueröffnung des Museums fand im November 2003 statt. Die Objekte aus verschiedenen Zeitstufen treten im neuen Themenmuseum in einen spannenden Dialog miteinander. 
Seit Dezember 2008 trägt das Haus den neuen Namen - LVR-LandesMuseum Bonn.

Neubau Rheinisches Landesmuseum Bonn
Neubau Rheinisches Landesmuseum Bonn nach der Wiedereröffnung 2003. (4)
Vergrößerung


Bilder:
  1. Ausschnitt aus einer Postkarte: Provinzialmuseum Bonn, um 1900. 
  2. Haupteingangsfront des Provinzial-Museums Bonn, vor 1937.
  3. Beschreibung zu: Sohn, Karl Ferdinand: Porträt der Mathilde Wesendonck. Öl auf Leinwand, 1850.
  4. Neubau des LVR-LandesMuseums Bonn nach der Wiedereröffnung 2003. [4]  

Quellen:
  1. U. a.: externer Link Die Geschichte des LVR-LandesMuseums Bonn
  2. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Bd. 1. Archivalien im Archiv des Landschaftsverband Rheinland. 1820 - ca. 1954. Nach: Fuchs, Reinhard: Zur Geschichte der Sammlungen, S. 117 ff. 
  3. Verwaltungsbericht von 1909/10. In: Verein August Macke Haus e. V. (Hrsg.): Städtisches Museum "Villa Obernier". Stiftung eines Bonner Bürgers. (= Katalog zur Ausstellung. Bonn 1995-1996). In: Schriftenreihe Verein August Macke Haus e. V. Bonn, Nr. 17. Bonn 1995, S. 101. 
  4. externer Link archINFORM - externer Wiki-Link Leonce49.

Links:

Bibliografie:
  • Führer durch das Provinzialmuseum in Bonn. I. Band: Die antike Abteilung; II. Band: Die mittelalterliche und neue Abteilung. Carl Georgi Universitäts-Buchdruckerei, Kommissionsverlag von Friedrich Cohen, Bonn 1913, 1915. 
  • Lehner, Dr. Hans (Hrsg.): Das Provinzialmuseum in Bonn. Abbildungen seiner wichtigsten Denkmäler. Im Auftrag des Rheinischen Provinzialverbandes. Heft I: Die römischen Skulpturen. Kommissionsverlag von Friedrich Cohen, Bonn 1905.  
  • Pläne des Provinzialmuseums in Bonn. Mit kurzer Erläuterung. Carl Georgi Universitäts-Buchdruckerei, Bonn 1909. 
  • Provinzial-Museum in Bonn. Gemäldegalerie. Vorwiegend Sammlung Wesendonk. Katalog. Erarb. von Direktorialassistent Dr. Walter Cohen. Kommissionsverlag von Friedrich Cohen, Bonn 1914. Mit 103 Tafeln. 
  • Provinzial-Museum in Bonn. Gemäldegalerie. Katalog. Bearb. von Dr. Walter Cohen. Kommissionsverlag von Friedrich Cohen, Bonn 1927. 
  • Rheinisches Landesmuseum Bonn. Band 1. Archivalien im Archiv des Landschaftsverband Rheinland. 1820 - ca. 1954. 
  • Rheinisches Landesmuseum Bonn. Gemälde bis 1900. (= Führer des Rheinischen Landesmuseum Bonn. hrsg. im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland. Nr. 111) Rheinland Verlag Köln, Bonn 1982. 
  • Winter, Peter: Rheinisches Landesmuseum Bonn. 1977. 


Keine Kommentare: