30.09.2011

Dresden

Dresden



Dresden um 1820 - Johan Christian Clausen Dahl: Blick auf Dresden bei Vollmondschein
Dresden um 1820
Johan Christian Clausen Dahl (* 1788 - † 1857), norwegischer Landschaftsmaler
Blick auf Dresden bei Vollmondschein, Öl auf Leinwand


1930 wurde in dieser Stadt Hans von Bülow geboren. Seine Original-Gedenktafel befindet sich heute in den Richard-Wagner-Stätten Graupa.
Dresden war von 1842 - 1849 die Wirkungsstätte von Richard Wagner. Unweit von Dresden Richtung externer Wiki-Link Pirna befinden sich die Richard-Wagner-Stätten Graupa im ehemaligen Jagdschloss. Auf dem Schäferschen Bauerngut schrieb im Sommer 1846 Wagner seine Oper Lohengrin. Im unweiten Liebethaler Grund befindet sich ein Richard-Wagner-Denkmal von Richard Guhr.
 
Neben den Jahren zusammen mit ihrem Mann verbrachte Minna Wagner allein ihre letzten Lebensjahre hier und wurde 1866 auf dem Alten Annenfriedhof beerdigt. Die Grabstelle kann heute noch besichtigt werden.

Nach den Züricher Unruhen wohnten von 1872 bis 1882 Otto und Mathilde Wesendonck in der Wiener Str. 14 in Dresden. Am 16.04.1881 fand in dieser Stadt unter Beisein von Johannes Brahms die Uraufführung ihres Schauspieles Alkestis statt.


Dresden liegt beiderseits der Elbe zu großen Teilen in der Dresdner Elbtalweitung, eingebettet zwischen den Ausläufern des Osterzgebirges, dem Steilabfall der Lausitzer Granitplatte und dem Elbsandsteingebirge am Übergang vom Nordostdeutschem Tiefland zu den östlichen Mittelgebirgen.
Im Jahre 1206 wird Dresden erstmals in einer erhaltenen Urkunde genannt. In einer Urkunde von 21. Januar 1216 wird Dresden bereits als Stadt erwähnt.

Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde im nahe gelegenen Ort Pillnitz mit der Pillnitzer Deklaration ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung der Französischen Revolution auf.

In den Befreiungskriegen gegen Napoleon im Jahr 1813 fanden zahlreiche vorentscheidende Schlachten der Völkerschlacht bei Leipzig im Großraum Dresden statt. Sachsen, und damit Dresden, kämpfte auf der Seite von Frankreich; die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt.

Der auf die Märzrevolutionen folgende Dresdner Maiaufstand vom 3. bis 9. Mai 1849 zwang den sächsischen König Friedrich August II., die Stadt zu verlassen. Er konnte sie erst durch preußische Unterstützung wieder gewinnen. Bekannte Teilnehmer des Aufstandes waren Richard Wagner und Gottfried Semper, beide verließen daraufhin Sachsen in Richtung Zürich.

Im weiteren 19. Jahrhundert blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der – auch ab 1871 – stärksten Königreiche im Deutschen Reich.

Vom Ersten Weltkrieg blieb die Stadt unberührt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden erste Luftangriffe auf den Großraum bereits im August 1944 geflogen. Bei den Luftangriffen auf Dresden wurden in vier aufeinander folgenden nächtlichen Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische Bomber schwer beschädigt.

In der DDR-Zeit war Dresden die Hauptstadt des Bezirkes Dresden.

Heute ist Dresden die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen.


Links:


29.09.2011

Villa Wesendonck Dresden

Kein BildVilla Wienerstraße 14, Dresden


⌂ 1869 


In dieser Villa wohnten Otto und Mathilde Wesendonck in den 1870er Jahren.

 

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Am (* 1700 - † 1800).


1872
Übersiedelung nach Dresden, externer Link Google-Maps Wienerstr. 14 (Villa Wesendonck).



Wienerstr. 14, heute: Wiener Str. 11,

Die externer Wiki-Link Wiener Straße ist eine Straße im Dresdener Stadtteil externer Link Seevorstadt.
1868 - 1869 erbaut von Ernst Lottermoser. 1872 wurde ein Anbau von Manfred Semper fertiggestellt.
Bemerkenswert war eine verglaste Loggia mit Säulen in toskanischer und ionischer Ordnung und eine eingeschossige Bildergalerie mit reich skulpierten Pilastern, Pfeilern, Rundbogenfenstern und Säulen.

Winterpartie im großen Garten, Dresden
Gute Erholungsmöglichkeiten im nahe gelegenen Großen Garten von Dresden um die Jahrhundertwende. (2)

Die zweigeschossige Villa ist mit einem quadratischen Grundriss erbaut worden und hatte als oberen Abschluss ein Walmdach. Die Fassade war glatt verputzt und hatte als einzigen Schmuck Gesimse und Bänder, die das Gebäude horizontal unterteilten. Die Frontlänge der Fassade war fünf Achsen lang, wovon jeweils rechts und links eine Achse von einem leicht hervortretenden breiten Risalit beansprucht wurde. Die in der Rücklage verbliebenen drei Achsen zeigten eine verglaste Loggia mit Säulen in toskanischer und ionischer Ordnung. An das Gebäude war von Manfred Semper eine eingeschossige Bildergalerie angebaut worden. Reich skulpierte Pilaster, Pfeiler, Rundbogenfenster und Säulen schmückten die Wandfläche des Anbaus.[2]

Grundriss [2]

Bei den anglo-amerikanischen externer Wiki-Link Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde das Gebäude zerstört.

Blick vom Rathausturm in Richtung Seevorstadt (Wiener Str.), Hauptbahnhof am 15.02.1945
Blick vom Rathausturm in Richtung Seevorstadt (Wiener Str.), Hauptbahnhof am 15.02.1945.
Ausschnitt vom Panorama Dresden 1945 von Yadegar Asisi, April 2015.
Foto: Thomas Seidel.


Ein Aufsatz von Otto Richter aus dem Jahre 1934, der in der Zeitschrift für Musik veröffentlicht wurde und seine Dresdner Erinnerungen an Mathilde Wesendonck zum Inhalt hat.
Er war häufiger Gast im Hause von Otto Wesendonck in Dresden und schrieb 1934 Eine Erinnerung an Mathilde Wesendonck.
Dieses ihr Dredner Heim war ein großer vornehmer Renaissance-Bau, in dessen schön gepflegtem Vorgarten ein Bronceabguß des antiken betenden Knaben stand.
Auf unser Glockenzeichen (elektrische Hausklingeln gab es noch nicht) erschien ein würdiger alter Diener, ein altes Faktotum, das schon auf dem "Grünen Hügel" so manches miterlebt hatte, und in seinem Gefolge noch andere Bedienstete, deren die reiche Familie ein ganzes Korps (2 männliche und 6 weibliche) besaß.
Als Gäste wohnten jenem unvergeßlichen Abende, soweit ich mich erinnere, bei: der Kunsthistoriker externer Wiki-Link Hermann Hettner, der dem Hause besonders nahe stand, sowie der Maler Kietz (Wagnerschen Pariser Angedenkens!).Auch der Dichter und Literaturhistoriker externer Wiki-Link Adolf Stern (seine Frau Margarete war eine bekannte Liszt-Schülerin) spendete irgendeine Gabe (Hölderlin?). Der liebevolle externer Wiki-Link Ludwig Richter aber, der so gern in Wesendoncks Gemäldegalerie weilte und dort seine "feinen Bemerkungen über Malerei an einzelne Werke der alten Italiener knüpfte", hatte leider abgesagt. Er stand damals schon im 80. Lebensjahre. Keine Gelegenheit hatte ich bisher versäumt, ihn zu sehen.
Doch noch einmal zurück zum Eckhause Goethestraße! Was mir an jenem Abende noch im Einzelnen zum Erlebnis wurde, vermag ich heute, nach 52 jahren, nicht mehr zu sagen. Soviel aber weiß ich, daß unsere gütige Gastgeberin (sie führte uns zwischendurch auch mal in ihr fürstliches, mit blauer Seide ausgeschlagenes Zimmer) wirklich die erlebte Isolde Richard Wagners gewesen ist, "deren vornehm nordischer Weiblichkeit die unantastbare Reinheit ihrer Ehe mit dem herzenstreuen, über allem kleinlichen Argwohn erhabenen Otto Wesendonck eine Selbstverständlichkeit war". [3] 

Ein Aufsatz von Otto Richter aus dem Jahre 1934, der in der Zeitschrift für Musik veröffentlicht wurde und seine Dresdner Erinnerungen an Mathilde Wesendonck zum Inhalt hat.
Er war häufiger Gast im Hause von Otto Wesendonck in Dresden und schrieb 1934 Eine Erinnerung an Mathilde Wesendonck.
Auch die Dresdner wußten wohl nur, daß sie die vornehme Patrizierin war, die mit feinstem Geschmack in ihrem "Hause der Freude", wie sie ihr Heim nannten, Feste von unvergleichlicher Schönheit gab und "die geistig bedeutendsten Menschen dort zu regem Verkehr zusammenführte, ja durch ihren edlen Takt und ihre Herzensgüte jahrelang entfremdete, ja verfeindete Männer der Wissenschaft und Kunst versöhnte und zu gemeinsamem Wirken für große Aufgaben vereinigte". (H. Göring.) [3]




Bilder:
  1. Ausschnitt aus, 1800. [1]
  2. Ansichtskarte: Winterpartie im externer Wiki-Link großen Garten, Dresden (ca. 500 m entfernt) um 1900.

Quellen:
  1. Helas, Volker: Wiener Str. 14. In: Architektur in Dresden 1800 - 1900. Verlag der Kunst Dresden GmbH, Dresden 1991, S. 50.  
  2. Ebenda. S. 168. 
  3. Richter, Otto: Eine Erinnerung an Mathilde Wesendonck. Dresden. In: Bosse, Gustav (Hrsg.): Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik. Gegründet 1834 von Robert Schumann. 101. Jahrgang, 1934, I. Halbjahr (Januar mit Juni), Heft 5. Gustav Bosse Verlag, Berlin, Regensburg u. a. Mai 1934, S. 498 - 500. 

Links:

Bibliografie:
  • Dresdener Architekten-Verein (Hrsg.): Blatt 9: Ernst Lottermoser - Wohnhaus für zwei Familien, Wienerstrasse 14 in Dresden, erbaut 1868-1869 - Hauptansicht (der Anbau wurde im Jahre 1872 durch den Architekten Manfred Semper ausgeführt). In: Dresdener Architektur-Album. Bauten und Entwürfe. George Gilbers, Dresden um 1900. 
  • Ebenda. Blatt 21-1: Grundrisse zu Blatt 9.   
  • Helas, Volker: Wiener Str. 14. In: Architektur in Dresden 1800 - 1900. Verlag der Kunst Dresden GmbH, Dresden 1991, S. 168.   


25.09.2011

Deutsche Heilstätte zu Loschwitz

Caritas. Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller. Dresden 1878Deutsche Heilstätte zu Loschwitz


1872 - 1919


Zur Förderung der Tätigkeit dieser Einrichtung beteiligte sich Mathilde Wesendonck mit einer kleinen Gedichtesammlung im Buch Caritas - Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller. 


Hermann Scherenberg: Marie Simon, 1871(2 Vergrößern) Diese externer Link Google-Maps Heilstätte bei Loschwitz (Deutsche Heilstätte für Invaliden und Kranke zu Loschwitz unter dem Protectorate Ihrer Majestät der Königin Carola von Sachsen) wurde von der Sorbin externer Wiki-Link Marie Simon (* 26.08.1824, Doberschau - † 21.02.1877, Loschwitz) aus tiefstem Herzen nach den Erlebnissen von 1871 begründet. Sie war Directorialabgeordnete des Albert-Vereins (Aufsicht über die Krankenpflegerinnen und Leitung der Armenkrankenpflege) und Ordensdame des externer Wiki-Link Sidonien-Ordens (von König externer Wiki-Link Johann I. von Sachsen). Mit der Eröffnung dieser Einrichtung am 23.04.1872 fanden rund 25 Patienten hier Aufnahme. 1875 wurde diese Einrichtung zu einer Stiftung des Roten Kreuzes. Sie war eine Ausbildungsstätte von Pflegerinnen ("Albertinerinnen", "Rote-Kreuz-Schwestern"). Eines ihrer Verdienste war, dass die Krankenpflege als Beruf anerkannt wurde. Sie leitete diese Einrichtung bis zu ihrem Tod.

Deutsche Heilstätte Loschwitz
Ausschnitt: Deutsche Heilstätte zu Loschwitz, Wunderlichstraße - Ecke Carolastraße (heute: Schevenstraße).
Plan von Dresden 1905. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905. Band 5. Leipzig 1906. [1]
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Ihre Kriegseinsätze waren zum einen bei der externer Wiki-Link Schlacht bei Königgrätz im Deutschen Krieg 1866 und zum anderen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

Heilstätte zu Loschwitz Carola - Königin von Sachsen Caritas - Album von Original-Beiträgen
Titelseiten des Buches. [2]
Heilstätte zu Loschwitz. Entw.: Prof. G. Graff, H. Bürkner F. C. T.
Carola - Königin von Sachsen. Zeichnung: A. Diethe, Foto: F. & O. Brockmann's Nachf.
Caritas - Album von Original-Beiträgen. Dresden 1878
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externer Wiki-Link Carola, Prinzessin von Wasa (Karoline Friederike Franziska Stephanie Amelie Cecilie) (* 05.08.1833, Schloss Schönbrunn - † 15.12.1907, Dresden), geb. Prinzessin Wasa-Holstein-Gottorp war als Gemahlin des Königs externer Wiki-Link Albert I. (* 23.04.1828, Dresden - † 19.06.1902, Sibyllenort) die letzte Königin von Sachsen.

Werthmann: Die Deutsche Heilstätte in Loschwitz
Werthmann: Die Deutsche Heilstätte in Loschwitz. [3]
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1894 und 1902 wurde die Einrichtung erweitert. Zivilpersonen wurden gegen ein entsprechendes Entgelt hier behandelt und betreut. Ehemalige deutsche Soldaten und Kriegsinvaliden fanden hier kostenlose Behandlung, Betreuung und Genesung.
1912 wurde sie dann geschlossen. Grund war ein Rückgang der Patienten. Die Stadt Dresden wurde neue Besitzerin und verkaufte dieses Grundstück an die externer Link Elisabeth-von-Pohland-Stiftung (Unterhaltung des Genesungshauses "Augustenhaus" und Errichtung und Betrieb von Genesungshäusern zur Aufnahme und Verpflegung von bedürftigen und ehrbaren Männern, Frauen und Kindern).
Mit dem 1. Weltkrieg wurden hier wieder Soldaten medizinisch und seelig betreut. Mit dem Ende des Krieges 1919 wurde sie dann für immer geschlossen und die Gebäude auf dem Gelände wurden zu Wohnhäusern umgebaut. [4]  

Aus der Einleitung von F. von Criegern:
Bei der Fahrt von Dresden, den schönen Elbstrom hinauf, erblickt man unmittelbar hinter den bekannten drei Schlössern an der Stelle, wo der Mordgrund das Elbthal erreicht, ein einfaches Gebäude auf halber Bergeshöhe, von dem die weiße Fahne mit dem rothen Kreuze herabweht, ein Zeichen, daß dort die Liebe für den leidenden Mitmenschen sorgt. In diesem Hause befindet sich die deutsche Heilstätte für Invaliden und Kranke.
Als die nunmehr verstorbene Marie Simon im Anfange des Jahres 1871 aus Frankreich, wo dieselbe rastlos im Dienste der freiwilligen Krankenpflege thätig gewesen war und manchen Streiter für König und Vaterland die schweren Leiden des Schmerzenslagers erleichtert hatte, in das Vaterland zurückkehrte, faßte sie den Entschluß, aus eigener Kraft und mit den Mitteln, welche ihr von den Freunden ihres Liebeswerkes zuströmen würden, eine Stätte für die im Kampfe für das Vaterland hilfsbedürftig Gewordenen zu schaffen, in welcher dieselben Alles das finden sollten, was ihnen fehlte: Hülfe, Pflege und Heimath. [5]
 

Bilder:
  1. Vergrößern Caritas. Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller. 2. Auflage, Dresden 1878. 
  2. Scherenberg, Hermann: Frau Marie Simon. Directorialabgeordnete des Albert-Vereins auf dem Kriegsschauplatz, Ordensdame des Sidonienordens. Grafik 1871. In: Illustrirte Zeitung, Bd. 57 (1871), S. 69.  

Quellen:
  1. externer Link Plan von Dresden (Dresden mit den Vororten). In: Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905. Band 5. Leipzig 1906. 
  2. Caritas. Album von Original-Beiträgen Dresdner Dichter und Schriftsteller. Verlag von E. Pierson's Buchhandlung, Dresden 1878.
  3. Wie 2., S. 13. 
  4. externer Link Dresdner-Stadtteile.de
  5. Wie 2., S. 3.

Links:

Bibliografie:
  • Simon, Marie: Die Krankenpflege, theoretische und praktische Anweisungen. J. J. Weber, Leipzig 1876. 
  • Simon, Marie: Meine Erfahrungen auf dem Gebiete der freiwilligen Krankenpflege im Deutsch-Französischen Kriege 1870 - 71. Briefe und Tagebuchblätter, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872.