01.08.2012

Entsagung

Michael Starke: Entsagung. 2012Entsagung
für Mezzosopran und Klavier


⌂ 2012 

Monodram


Dieses Monodrama komponierte Michael Starke 2012 anläßlich des 200. Geburtstages von Richard Wagner zu Gedichten und Briefen von Mathilde Wesendonck und ihm.


Zum Wagner-Jubiläum gelangte das Monodrama Entsagung nach Gedichten und Briefen von Mathilde Wesendonck aus dem Briefwechsel zwischen Mathilde Wesendonck und Richard Wagner für Mezzosopran und Klavier am 01.02.2013 in Bayreuth zur Uraufführung.

Michael Starke: Entsagung. Uraufführung mit Catherine Winter | Mezzosopran; Marina Palmer | Klavier
Starke, Michael: Entsagung. 2012. Uraufführung vom 01.02.2013.
Catherine Winter
| Mezzosopran;
Marina Palmer | Klavier. [1]

In einem Sonderkonzert des Tonkünstlerverbands Bayreuth wurden in Zusammenarbeit mit Zeit für Neue Musik Werke zeitgenössischer Bayreuther Komponisten als Hommage à Richard Wagner aufgeführt. Die Interpreten dieses Abends für das Stück Entsagung waren: Catherine Winter | Mezzosopran; Marina Palmer-Wulff | Klavier. Die Gesamtaufführungszeit beträgt ca. 12 Minuten.

Hörprobe: Satz I und V. 2:54. [1]

In einer E-Mail schrieb der Komponist dazu Folgendes:   
Ich habe für das Wagner-Jubiläumsjahr in Bayreuth 2013 ein Stück mit dem Titel "Entsagung" komponiert (Besetzung Mezzosopran und Klavier), das in Bayreuth dann auch erfolgreich zur Uraufführung kam. In diesem Werk geht es um die Beziehung zwischen Mathilde Wesendonck und Richard Wagner. Textlich habe ich dabei auf Fragmente aus den Briefen von Mathilde Wesendonck an Richard Wagner zurückgegriffen. [2]

Beschreibung [1]:
Das Stück enthält Fragmente aus den 14 erhaltenen Briefen der Mathilde Wesendonck an Richard Wagner (aus den Jahren 1861 – 1865). Die für die Komposition ausgewählten Fragmente sollen für verschiedene Stadien der Liebe zwischen Mathilde und Richard stehen. Dabei reicht der Bogen von der Bewunderung Mathildes für die Kunst Wagners, über das Gefühl der Ohnmacht, Flucht aus der Realität bis hin zur Entsagung – zur Aufgabe der Beziehung am Ende.
Gegliedert ist das Stück in 6 abgeschlossene Sätze, was zwar eher an einen Liederzyklus denken lässt. Die Musik aber ist eher von einem opernhaften – musikdramatischen Zuschnitt, deshalb der auch der Titel „Monodram“.

Michael Starke: Entsagung. Satz I. 2012
Starke, Michael: Entsagung. Satz I. 2012. [1]
 
 

Satz I


Ein ruhiger Beginn steigert sich zu einem hymnischen Ausbruch. Inhalt: Bewunderung Mathildes für die Kunst Wagners, sie spricht davon dass diese Kunst auch ihr eigenes Bewusstsein erweitert hat.



I

Mir ist, als habe ich eine Höhe erstiegen, und blicke nun in ein wunder volles Abendroth, den Hymnus der Schöpfung!
  
 

Satz II


Mathilde beschreibt voller Begeisterung einen „geflügelten Löwen“ (Briefbeschwerer, Geschenk für Wagner), gegen Schluss verschwindet beim Gedanken an Schicksal und den inneren Feind (Gewissen) diese Begeisterung immer mehr, die Musik verhakt sich gleichsam – die Stimme friert auf einen Ton fest.
II
Der geflügelte Löwe auf ihrem Schreibtisch ist erwacht! Kraft und Geist sind sein Symbol. Er rüttelt den schweren Traum von den Gliedern, und schüttelt die Mähne. Das macht mich froh, und weiter denke ich nichts. Dem Schicksal sei anheimgestellt, was von Aussen kommt. Innen sitzt der Feind in der eigenen Brust.
 
 

Satz III


Es geht um die Machtlosigkeit der feindseligen Welt gegenüber. Die Musik ist bis auf eine kurze wuchtige Stelle stockend und atemlos.
III

Was der Einzelne vermag,  ist so wenig dem tausendköpfigen Ungeheuer gegenüber, das sich Welt nennt.
 
 

Satz IV


Klanglich sehr zurückgenommen (sehr zarte und durchsichtige Musik). Der Satz beschreibt die Flucht Mathildes in die Welt des Traumes.

IV

Man könnte sein Herzblut vergiesen und gewänne ihr nicht ein Bisschen Liebe ab. Ich wusste es wohl: Träume sind treu. Je mehr die Wirklichkeit sich uns entzieht, je wacher wird der Traum.

 

Satz V


Ziemlich extrovertierter und verzweifelter Abschnitt. Mathildes Gedicht schildert, wie sie sich von der Liebe verabschiedet – ihr entsagt mit den Worten: „Ich hab' ein Grab gegraben und legt meine Liebe hinein“. 
V

Ich hab' ein Grab gegraben
und legt' meine Liebe hinein,
und All' mein Hoffen und Sehnen
und alle meine Thränen
und all' meine Wonne und Pein.
Und als ich sie sorglich gebettet
und als ich sie sorglich gebettet
da legt' ich mich selber hinein. 
 
 

Satz VI


Epilog: Karge Strukturen des Beginns lösen sich in fließend abwärts gehende Tonfolgen auf. Mathilde verleiht ihren Wunsch nach Ruhe und Frieden, auch für ihren Freund Richard, Ausdruck.
VI

Nun ist es dunkel geworden, die Berge liegen bleich und leblos da, und alles ist so still. Ruhe, Ruhe, heilige Ruhe senke sich auch in ihr Herz!
 
 

Bilder:
  1. Vergrößern  Starke, Michael: Entsagung. 2012.

Quellen:
  1. Bilder, Text und Ton: Mit freundlicher Genehmigung: Michael Starke, E-Mail vom 10.06.2015. 
  2. Starke, Michael: E-Mail vom 10.04.2015. 

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