02.08.2010

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1884

Gedicht 


Ein Gedicht von Mathilde Wesendonck aus dem Jahre 1884, welches nur als Manuskript vorliegt.


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Zwei muthige, junge Herzen,
Entschlossen sein zu theilen
So Wonnen wie auch Schmerzen.

Weiss keiner wie's gekommen
Entflohen war ihr Frieden,
Die so heiss sich liebten
Sie waren geschieden.

Ein Jedes barg vor'm Andern
Die Pein der Trennung Wunde
Doch Keines thöricht wähnte
Dass heil es je gesunde.

Ein Schicksal gross, gewaltig
Im Leben schied die Beiden,
Doch mochten sie im Tode
Nimmer mehr, ...(scheiden?) *

In tiefen Todes Frieden
Ruht sie zu seinen Füssen,
Er mag den Blick nicht wenden
Vom todten Antlitz dem Süssen! [1]

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* Manuskript unleserlich.

 

Quellen:
  1. Cabaud, Judith: Mathilde Wesendonck ou le rêve d'Isolde. Actes Sud, Hubert Nyssen Editeur, Arles 1990, S. 405.

Bibliografie:
  • Cabaud, Judith: Mathilde Wesendonck ou le rêve d'Isolde. Actes Sud, Hubert Nyssen Editeur, Arles 1990.  


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