08.09.2012

Carl Rudolph und Else Sohn

Kein BildCarl Rudolph Sohn,
auch Karl Rudolf oder Carl Sohn jr.
und Else Sohn-Rethel


* 1800 - † 1900
* 1800 - † 1900

Beruf


waren Otto und Mathilde Wesendonck.

 

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Am (* 1700 - † 1800) [1].

Karl Rudolf Sohn (auch Carl Friedrich Rudolph Sohn oder C. Sohn d. J.)

Carl Rudolph Sohn (* 1845, Düsseldorf - † 1908, Düsseldorf): Bildnis August Wesendonck (Bruder Otto Wesendonck), 1870. Öl auf Leinwand, 23,5 x 18 cm.

Vater: Sohn, Carl Ferdinand

Familien- und Freundesbildnisse

Kurz vor dem Tod seines Vaters erlangte er die Zustimmung zur Wahl des Künstlerberufs. Nachdem er seine Ausbildung noch unter der Leitung des Vaters begonnen hatte, trat er in die Düsseldorfer Akademie ein. Dort war er von 1867-1870 Student bei Carl Müller in Historienmalerei und bei Julius Roeting in der technischen Malklasse für figürliches Malen. Bestimmend für seine Entwicklung zum Porträtmaler war jedoch vor allem die Lehrzeit bei seinem Vetter Wilhelm Sohn, dessen Privatschüler er wurde und mit dem er zahlreiche Studienreisen unternahm.

Roeting, Julius

Erinnerungen und Familiengeschichten
Nun liegen mir die Aufzeichnungen "Erinnerungen und Familiengeschichten von ca. 1840 - 1893"
der Else Sohn, geb Rethel (*1853 - 1933) vor. Diese hatte sie 1928-1931 aufgezeichnet.
Zitat: "Um meinen eigenen Nachkommen einen Rückblick und Überblick über meine und ihre Vorfahren zu geben,
will ich versuchen, soviel es mir noch mein 75jähriges Gedächtnis erlaubt, Nachstehendes aufzuschreiben."

Nun möchte ich Ihnen zum Dank die kleine Passage, welche das Zusammentreffen mit den Wesendoncks beschreibt, aus ihren Erinnerungen zukommen lassen:

(um 1873 in Dresden)
... "Mein Portrait* hatte inzwischen in Dresden viel Anklang gefunden und bei einer kleinen Gesellschaft bei Großmama** sah es Herr Wesendonck, der große Kunstfreund und Mann der Mathilde Wesendonck, der Freundin Richard Wagners. Er bestellte sofort 2 Portraits seiner Söhne (Hans und Karl), Knaben von ungefähr 12 und 16 Jahren und ich erhielt von Carl einen sehr glücklichen Brief, daß mit dieser Bestellung gewissermaßen der Grundstein für unsere Ehe gelegt wäre und daß nun doch allmählich an die Hochzeit gedacht werden könne. Bald darauf kam er nach Dresden und es wurde die kleine Stube nach der Parkstraße hinaus, in der ich mit Mama wohnte und die nach Norden lag, für seine Malerei eingerichtet  (Oppenheim'sche Palais, Bürgerwiese 5-7, Dresden).  Wesendoncks wohnten in einer hübschen Villa in der Wienerstraße (Nr.14, Villa Wesendock) mit angebauter Bildergalerie, ganz dicht bei uns.
Wir machten nun einen pflichtschuldigen Besuch und ich sah bei dieser Gelegenheit die berühmte Mathilde, das Vorbild für die „Isolde“, wie man sagte. Sie hatte wohl die Absicht, liebenswürdig zu sein, war aber doch so unnahbar, daß mir nicht ganz gemütlich dabei wurde.  Sie hatte ein sehr feines Gesicht, sehr hohe Stirne und blaue Augen, das hellbraune Haar etwas phantastisch zurecht gemacht, die Kleidung gewandartig; sie schien auch etwas leidend zu sein. Herr Wesendonck, der bedeutend älter war als sie, war ganz besonders sympathisch und vertiefte sich sofort mit Carl in ein längeres Gespräch über Kunst und zeigte uns die sehr schöne Galerie. Mathilde zog sich zurück und mir fiel ein Stein vom Herzen. Die beiden Söhne wurden gerufen, die Sitzungen vereinbart, die schon am anderen Morgen begannen. Die Schule war kein Hindernis, denn sie hatten einen Hauslehrer.
Ich war bei den Sitzungen zugegen und las dem Jüngeren, ich glaube, er hieß Otto (muss Hans sein), vor. Er war etwas kränklich und schien sehr verwöhnt zu sein. Wir mußten immer lachen, wenn er die reichlich belegten Frühstücksbrote immer nur aus der Mitte aß, wo Butter und Fleisch waren, und die saftigen Rinden in seiner Hosentasche verschwinden ließ. Der ältere Bruder war schon erzogener und hatte einen sehr schönen, interessanten Kopf. Die schon 18jährige Tochter Myrrha war in Pension, den Bildern nach ein besonders interessantes Mädchen, wir hätten sie gern kennengelernt. Sie heiratete später einen Offizier, Herrn von Bissing, der im Weltkrieg Gouverneur von Belgien wurde.
Herr Wesendonck kaufte von Carl noch ein kleines, sehr nettes Genrebild, eine Mutter an der Wiege darstellend. Wir wurden noch öfters zu ihnen eingeladen, zu einem Diner in kleinerem Kreise, aber vor allem zu einer größeren Abendgesellschaft, für welche alle Kreise Dresdens Einladungen ergangen waren, auch vor allem an verschiedene der damaligen Sänger der Oper. Ein Gelehrter hielt einen längeren Vortrag. Dann sangen der erste Bariton und eine Sängerin. Mathilde war der Mittelpunkt, sehr angeregt und gar nicht „leiden“. Man huldigte der berühmten Frau von allen Seiten, aber trotzdem ließ sie mich in jeder Beziehung kalt. Carl und Herr Wesendonck freundeten sich durch ihre gemeinsamen Kunstinteressen immer mehr an, so daß einige Jahre später, als er Witwer war und nach Berlin zog, Carl ihn noch öfters in seinem schönen Haus mit den Schönen Bildern besuchte."
*Else Sohn-Rethel 1873, Museum Kunstpalast Düsseldorf
**Elisabeth Julie Grahl, geb. Oppenheim

Mit freundlichen Grüßen
Julia Lambert

Julia Lambert

Else Sohn, geb. Rethel (* 1853 - † 1933), die Ehefrau des Malers Carl Rudolph Sohn und Sängerin (Sopran), schrieb diese Aufzeichnungen in den Jahren 1928 - 1931. Ihr Mann malte drei Gemälde für Otto Wesendonck.


Hans Pleschinski: Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht. Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel. München 2016

 Hans Pleschinski
 Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht
 Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel
 C. H. Beck, München 2016



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Bild: Ausschnitt aus, 1800.

Quellen:
  1. Autor.

Links:

Bibliografie:
  • Pleschinski, Hans (Hrsg.): Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht. Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel. C. H. Beck, München 2016.   


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