24.02.2011

Cluxi - Wesendonck Church

Original Wesendonck ChapelFarm "Cluxi" (auch Cluxy)
Wesendonck Church



Es war das Farmgelände und die Methodisten-Kirche von August Wesendonck.


In den frühen 1850er Jahren wanderte August Wesendonck (* 20.04.1819, Elberfeld - † 03.10.1870, Hollybrook, VA) mit seiner Frau Marie Louise (* 01.03.1819, Elberfeld - † 05.05.1883, Philadelphia) nach Amerika, nach Giles (im süd-westlichen Teil von externer Link Wikipedia Virginia gelegen) aus.
Hier begründete er seine externer Link Google-Maps Farm nahe Hollybrook und Kimberling, an den Ufern des Nobusiness Creek im Jefferson National Forest. Nach der Gebietsreform von 1861 gehörte sein Grundstück zum Gebiet externer Link Wikipedia Bland (Bland County, VA; externer Link Wikipedia Richard Bland).

Bland County, Virginia, est. 1861
Bland County Historical Marker / Bland County, Virginia, est. 1861. (2)

In einem Zeitungsinserat wird die Lage und die Farm Cluxi wie folgt beschrieben:
... Cluxi, in Bland County, 17 Meilen von Parisburg, 27 Meilen von Dublin, 80 Meilen von Wytheville und 7 Meilen von Mechanicsburg ... eintausendeinhundert Morgen gutes Land und etwa 300 Morgen gerodete Fläche überwiegend Grasland ... [1, 2]

Farm Cluxi
Farmgelände von August Wesendonck im heutigen Zustand. [1]
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Die parallel zur heutigen State Route 606 (Wilderness Road) verlaufende State Route 608 (Wesendonck Road) führt an seinem ehemaligen Haus, welches an der Einmündung der State Route 677 (No Business Creek Road) liegt, vorbei.
It is a beautiful place, so quiet and peaceful, and close to Nature. [3]
 
Cluxi - Wohnhaus August Wesendonck
Cluxi - Wohnhaus August Wesendonck.
Otto Nidermaier mit Sohn Joseph Otto auf der Veranda [3].
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Der Name Cluxi für diese Farm ergab sich aus den Buchstaben, die aus einem Hut gezogen und zu einem lesbaren Namen kombiniert wurden.

Es war ein zweigeschossiges Haus mit sieben Zimmern und einer Veranda. Eine Wendeltreppe führte in das Obergeschoss. Besonderheiten des Hauses waren marmorne Fensterbänke, ein marmorner Kaminsims und ein Wintergarten. Küche und Lagerräume befanden sich in einem rückseitigen Blockhaus. Das Innere des Hauses wurde durch verputzte Wände, Tapeten und Gardinen geschmückt. Weitere wertvolle Einrichtungsgegenstände waren ein viktorianischer Sitzplatz, ein französisches Säulenregal (What-not), sechs Wohnzimmerstühle und ein ungewöhnliches Walnuss-Buffet, welche im Besitz der Nachkommen sich befinden.

Cluxi im verfallenen Zustand
Cluxi im verfallenen Zustand (20. Jahrhundert). [1]
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Nach dem Tode von Marie Louise Wesendonck wurde das Haus von Otto Nidermaier und seiner Familie bewohnt.

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Bei den oben gezeigten Bildern kann man einen kleinen Eindruck von der Farm gewinnen. Diese wurden um 1900 oder eher aufgenommen. [3]

Bisher hatte August Wesendonck Besitztümer von einer Reihe von Personen erworben, die ihm Urkunden ausstellten, die aber, wie sich später herausstellte, nicht rechtskräftig waren. Auf diesen Urkunden gibt es keinerlei Datierungen (wahrscheinlich vor 1861, da sie im Archiv von Wythe County gefunden wurden). Es existiert auch eine Urkunde von Otto Wesendonck und Frau an Hugo Wesendonck und eine weitere von diesem an Walter Wesendonck.

Als 1990 der Ehemann von Carol Buchanan, Dr. John Chaikley Buchanan, in der Staatsbibliothek in externer Link Wikipedia Richmond nachforschte, ob jemals eine offizielle Landübertragung an August Wesendonck erfolgte, wurde er für den Zeitraum vor 1909 nicht fündig. Zu diesem Zeitpunkt wurde urkundlich das Land an den Sohn seines Bruders Hugo, Walter Wesendonck, übertragen, da die Besitzrechte bis 1909 in Frage gestellt wurden. Dazu ging er im Oktober 1907 zum Amtsgericht von Bland County, um einen klaren Rechtsanspruch auf das Land zu erhalten. Von externer Link Wikipedia Claude A. Swanson, Gouverneur von Virginia, wurde die Urkunde dann unterschrieben. Somit war ab 1909 die Farm offiziell Eigentum von Walter Wesendonck, einem Neffen des Gründers. [3]

Der heutige Besitzer ist Mr. (Dayton / Rex) Morehead (externer Link Google-Maps Morehead Farms LLC, 140 No Business Creek Road / 140 State Route 677, Bland, VA). Das ehemalige Wohnhaus dient heute als Scheune (?). Sie ist immer noch eine bedeutende Milchfarm im Südwesten von Virginia. 


Die externer Link Google-Maps Wesendonck-Kirche befindet sich an der Einmündung der No Business Creek Road (State Route 677) in die Wesendonck Road (State Route 608).

Sie wurde 1855 erbaut und war ein Ein-Raum-Blockhaus. Sie wurde ebenfalls als Schulgebäude genutzt. Sie war bekannt als Pleasant Grove.

Am 26.05.1906 unterzeichneten die Söhne des Bruders Hugo, Max und Walter und seine Frau Blanch(?), eine Urkunde, wonach den Treuhändern der Pleasant Grove Methodist Episcopal Church South, J. W. Whittaker, S. V. Morris, and Pendleton Burton, ein Teil des Grundstückes von rund einem halben Hektar für einen Dollar übereignet wurde. Es wurde festgelegt, dass dieser Ort ausschließlich für den Gottesdienst und zur Nutzung durch die Mitglieder der Methodist Episcopal Church South zur Verfügung stehen soll. Sollte diese Verwendung nicht mehr gegeben sein, so fällt das Land an Walter Wesendonck oder an dessen Erben zurück.

Wesendonck Church
 Schild über dem Eingang und an der Straße der Wesendonck Church. [1]
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Auf dem Gelände wurde bereits 1905 eine Kirche erbaut. Sie trägt den Namen Wesendonck United Methodist Church (Wesendonck UMC). Die Wesendonck-Kirche gehört heute zu Mechanicsburg Circuit (Tazewell District) und war in all den Jahren sehr aktiv. 1933 wurde die Kirche durch einen Brand zerstört und 1936 wieder aufgebaut.

Der jetzige Pastor der Wesendonck UMC, externer Link Danny Shortridge, wohnt im externer Link Google-Maps District Tazewell.

Wesendonck Road

Die Straße (State Route 608), die an der Wesendonck-Kirche vorbeiführt, erhielt 1980 den Namen "Wesendonck Road".

 

Bilder:
  1. Vergrößern Original Wesendonck Chapel - ursprüngliche Wesendonck-Kapelle. [1] 
  2. Bland County, Virginia, est. 1861. [1]

Quellen:
  1. Text, Fotos, Archivmaterial: Ann Hardy Beardshall, Bland County, VA Historical Archives. 2012/13
    (externer Link Bland County Historical Society).
  2. externer Link The Abingdon Virginian. September 25, 1863, S. 3 (Library of Virginia; Richmond, VA).
  3. Buchanan, Carol: Brief vom 25.11.1990 und 15.04.1992. Nach: Bland County, VA Historical Archives.  

Links:

Bibliografie:
  • Beardshall, Ann Hardy: The Mysterious Wesendoncks. No Business, Bland County, VA. 1850 - 1883. (= Bland County Historical Society: Bland County Historical Glimpses. IV) Bland, VA 2016. 
  • The History of Bland County. Centennial Commission, Commonwealth Press, 1961. 


15.02.2011

Le Havre

Le Havre



Le Havre 1841
Le Havre 1841.


Im Dezember 1849 entzog sich Hugo Wesendonck seiner erhaltenen Todesstrafe für Hochverrat wegen seiner Teilnahme an der Revolution von 1848/49 durch eine Flucht über die Schweiz und Frankreich in die Vereinigten Staaten. Nach Paris kamen seine Frau und seine beiden Söhne, Max und Otto, nach.
Ende 1849 fuhren er und seine Familie zusammen mit Lorenz Brentano mit dem Klipper "Splendid" von Le Havre nach New York. Ihre Ankunft in der Neuen Welt war am 06.12.1849. [1]


Im Nordwesten externer Wiki-Link Frankreichs in der Region externer Wiki-Link Haute-Normandie im Département Seine-Maritime liegt die Stadt externer Link Google-Maps Le Havre mit rund 174.000 Einwohnern (2011) .
Die Stadt, am rechten Ufer der Seine liegend, verfügt über den zweitgrößten Hafen Frankreichs. Nach Einwohnerzahl ist Le Havre die größte Stadt der Normandie, flächenmäßig die zweite nach Rouen.
Sie liegt am Ärmelkanal, unmittelbar an der Mündung der Seine. Die Seine hat hier eine Breite von über fünf Kilometern. Mit der Stadt Honfleur am linken Südufer des Flusses ist Le Havre durch den Pont de Normandie verbunden. Le Havre liegt an der Südspitze des Pays de Caux.

Le Havre ist eine relativ junge Stadt, da sie erst im Jahre 1517 auf Anregung des Admirals externer Wiki-Link Bonnivet (* 1482 - † 1525) als Kriegshafen erbaut wurde – die offizielle Gründungsurkunde des Königs externer Wiki-Link Franz I. (* 1494 - † 1547) für das provisorische Franciscopolis stammt vom 8. Oktober 1518.
Die frühere Le Hable de Grâce (schon 1489 erwähnt) wurde später einfach Le Havre (frz.: der Hafen) genannt. Im Mittelalter bestanden hier nur kleine Fischer- und Bauerndörfer, während der Haupthafen der Region in Harfleur lag. Der neue Hafen Le Havre sollte dem wachsenden Überseehandel gerecht werden und durch seine Befestigung auch der militärischen Sicherung der Seinemündung dienen.
Moderne Infrastruktur verbesserte die Lage auch für weite Teile der Bevölkerung. 1841 war die Stadt bereits Heimathafen von 32 Dampfschiffen, 1847 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss.
Anfang des 20. Jahrhunderts war Le Havre Europas größter Kaffeeimport-Hafen, auch Baumwolle wird in immer größeren Mengen aus der Neuen Welt angeliefert, während zugleich eine vermehrte Auswanderung in die USA zu beobachten war.
Nach Bremen und Hamburg ist Havre an dritter Stelle nach der Anzahl der deutschen Auswanderer als Ort für die Abfahrten nach New York (1857 - 1859). [2]

Die Stadt wurde nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1945 - 1954 wiederaufgebaut. Der Stadtkern mit seiner charakteristischen modernen farbigen Betonarchitektur wurde als einziges Stadtensemble des 20. Jahrhunderts in die Liste des UNESCO-Welterbes im Juli 2005 aufgenommen.


Quellen:
  1. externer Link Passagierliste der "Splendid" von Le Havre nach New York, 06.12.1849. 
  2. externer Link Onlinebuch Jahres-Bericht und Mitglieder-Verzeichnis der Deutschen Gesellschaft der Stadt New-York am 16. Januar 1860, S. 8.

Links: